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Das Programm “Midlife-Krise”

Sinnkrisen und Depressionen treten statistisch gesehen am häufigsten in der Mitte des Lebens um die 40 auf. Dies haben jetzt Forscher an der Universität von Warwick durch Untersuchungen in 72 (!) Ländern herausgefunden. Zwei Millionen Menschen wurden erfasst. Die Gründe für diese globale Veränderung der Gemütslage sind allerdings bislang unklar.
Ab 50 rappeln sich die Menschen aber im Durchschnitt wieder auf. Wenn sie körperlich fit sind, fühlen sich 70-Jährige danach genauso gut und glücklich wie 20-Jährige. Die Forscher fanden diese u-förmige Befindlichkeitskurve bei Menschen in allen Ländern.

Das Ganze sieht ja fast so aus, als ob es eine Art Naturgesetz für die Selbstwahrnehmung gäbe. Man könnte das auch als “programmierte Krise” bezeichnen. Der Vorteil dabei ist vielleicht, dass die Bedeutung des eigenen Lebens und die verfolgten Werte zwangsläufig in Frage gestellt werden. Eine andere Schwerpunktsetzung ist oft die Folge.  Jetzt haben wir es also wissenschaftlich: Es liegt nicht an unserem Lebensumfeld oder unserer Lebensweise, wenn wir um die 40 Depressionen bekommen!  Also nur eine Krise, um über sich nachzudenken?
Mehr zum “Sinn des Ganzen” unter:  www.der-sinn-des-ganzen.de

Unser achter Sinn: Die Intuition

Das Thema „Intuition“ ist ein echtes Trendthema geworden. Ein großes Heer von Psychologen, Hirn- und Verhaltensforschern hat sich in den letzten Monaten darangemacht, dieses Gefühl aus unserem Unterbewusstsein zu entschlüsseln. Plötzlich darf man wieder Vertrauen in das eigene Bauchgefühl haben. Es soll auch schon Entscheidungsträger in der Wirtschaft oder Politik geben, die sich offen zu ihren intuitiven Entscheidungen bekennen. Wenn man – wie ich – Entscheidungen in der Politik auf höchster Ebene mit vorbereiten muss, dann weiß man, dass z.B. auf der Ebene der Ministerpräsidenten zwar auch Fakten und gut begründete Entscheidungsvorschläge zählen, aber viele Entscheidungen doch eher aus dem Bauch heraus getroffen werden. Wichtig ist, dass diese Entscheidungen auf jeden Fall im Nachhinein rational begründet werden, um sie in der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Im Augenblick kann ich mir noch nicht vorstellen, dass man darauf verzichten wird.

Was wissen wir aber über dieses Gefühl, dass uns oft dabei hilft, komplexe Entscheidungen zu treffen? Intuition ist eine plötzliche Eingebung, ein unmittelbares, ganzheitliches Erkennen. Ohne echtes Nachzudenken, entscheiden wir spontan. Für Rousseau war Intuition die souveräne Intelligenz, die mit einem Blinzeln die Wahrheit aller Dinge erkannte, im Gegensatz zum umfangreichen und oft enttäuschenden Bücherwissen. Plato nannte es gar göttlichen Wahnsinn. Unter Psychologen gibt es bei der Definition bislang keine Einigkeit. Einige halten es für eine unbewusste Hilfskonstruktion und andere für den Ausdruck von Trieben und Instinkten. Manche halten die Intuition für eine höhere Kraft im Menschen und bringen dieses Gefühl in die Nähe zu Gott. Die vorherrschende Meinung ist im Augenblick, dass Intuition nichts anderes ist als eine unbewusste, ganzheitliche Verarbeitung und Bewertung der uns vorliegenden Wahrnehmungen Eindrücke und Erkenntnisse. Intuition greift angeblich auf eigene Erfahrung und Wissen zurück, von dem wir gar nicht wissen, dass wir es wissen. Der Verstand hat in diesen superkurzen Zeiträumen oft keine Gelegenheit, nennenswert aktiv zu werden. Intuitive Entscheidungen basieren meistens auf dem Vergleich von Mustern und nicht auf der Analyse von einzelnen Fakten und Vergleichen.

Wir wissen also oft viel mehr, als wir denken. 11 Millionen Sinneswahrnehmungen in der Sekunde werden durchschnittlich unbewusst verarbeitet und zwar selbst dann, wenn wir bloß träumend auf dem Sofa liegen. Das Gehirn vergleicht ständig alte mit neuen Mustern. Diese werden dann hinsichtlich ihrer Bedeutung bewertet. In gefährlichen Situationen können wir dann instinktiv reagieren. Angeblich sollen auch Erfahrungen aus der Steinzeit gespeichert sein, die dann oft zu falschen Entscheidungen umgedeutet werden. Wie diese Erfahrungen aber über Generationen übermittelt werden können, bleibt ein Geheimnis. Das Bewusstsein schafft es gerade einmal, 40 Sinneseindrücke gleichzeitig zu verwalten. Der Rest muss schon aus Mangel an Verarbeitungskapazität dem unbewussten Autopiloten überlassen bleiben.  Wenn ein Handball mit 30 Metern pro Sekunde über das Feld saust, bleibt nicht viel Zeit zum Überlegen.

Auch beim Autofahren gibt es viele Situationen, wo wir instinktiv, also automatisiert reagieren. 2000 Broker aus 40 Nationen handeln jeden Tag mit Währungen und Edelmetallen im Wert von 125 Milliarden Dollar an der Börse. Mehr als die Hälfte der jeweils 50.000 täglichen Transaktionen gehen in weniger als einer Sekunde über die Bühne. Auch hier sind schnelle Entscheidungen gefragt. Wie wir gerade an der Börse gesehen haben, sind dies aber keine Entscheidungen, auf die man sich immer verlassen kann. Wenn eine Masse von Menschen sich in vergleichbaren Situationen stereotyp verhält, dann werden oft erlernte Muster wiederholt. Das hat aber mit Intuition eher wenig zu tun. Die Menschen an der Börse glauben nämlich meistens am Anfang, dass alles so läuft wie gewohnt. Es geht nicht um die Lösung eines Problems und die Schaffung von Neuem.

Die Intuition hilft uns nämlich nicht, uralte Schätze auszugraben, sondern neue Schätze zu bilden. Dabei kann man die Intuition nicht erzwingen. Man kann sich offensichtlich nicht vornehmen, intuitiv zu sein. Probleme können manchmal mit einem Schlag gelöst sein, obwohl man Stunde um Stunde damit zugebracht hat, sie zu analysieren und zu lösen. Aber dann, scheinbar mühelos, über Nacht oder bei anderen Tätigkeiten vermittelt die “Intuition” plötzlich die Lösung.

In Dichtung, Literatur, Musik und Malerei ist die Intuition als produktives Prinzip anerkannt. Auch in der Forschung und Wissenschaft ist sie oft der wahre Grund, warum Neues gedacht und getan wird. Die Intuition nutzt wohl eher den übergeordneten Sinn, der hinter dem großen Ganzen steht. Eine Form dauernder Intuition ist das sogenannte Fließen. Im Zustand des Fließens hat das bewusste Denken, Planen und Organisieren aufgehört. Die Arbeit läuft unter voller Aufmerksamkeit fast automatisch. Dieser Zustand wird durch hohe Konzentration erzeugt. Der Verstand ist dabei praktisch ausgeschaltet und wundert sich dann über das Ergebnis.

Die Intuition hat ihr Geheimnis bislang nicht preisgegeben. Aber wir wären dumm, wenn wir sie nicht verstärkt nutzen würden. Solange die Ergebnisse überzeugen. Viele Wissenschaftler und Erfinder führen ihre Ideen oft auf die Intuition zurück. Eine Erklärung für die Kreativität, die oft hinter der Intuition steht, gibt es bislang nicht. Ich glaube, wir werden erst dann einen Zugang zu dieser besonderen geistigen Kraft bekommen, wenn wir die Grundeigenschaften unseres Geistes neu bestimmen. Wenn wir annehmen würden, dass es sich hier um nicht-materielle Information in einer eigenen Urform handelt, dann kann es sein, dass diese eventuell in einem höher dimensionalen Zustand existiert und die Raumzeit überblickt. Zusammenhänge und Entwicklungswahrscheinlichkeiten können so erkannt werden und dem Raumzeit-Bewusstsein gefühlsmäßig und manchmal in Bildern übermittelt werden. Picasso z.B. hat intuitiv Bilder gemalt, die wir erklären könnten, wenn sein Geist aus der 5.Dimension gleichzeitig einen Kopf von verschiedenen Seiten gesehen hat. Leonardo da Vinci hat offenbar technische Entwicklungslinien vorausgesehen und zur Grundlage seiner Erfindungen gemacht. Auch Einstein hat seine Relativitätstheorie intuitiv erfahren.

Die menschliche Intelligenz

Wir halten uns im Vergleich zu den Tieren für die intelligentesten Geschöpfe dieser Erde. Der Grund ist unser verhältnismäßig großes Gehirn, das etwa 40% der ganzen Energie verbraucht, die wir durch Nahrung aufnehmen. Eine Voraussetzung dafür soll die Beherrschung des Feuers gewesen sein. Gebratenes, geräuchertes oder gekochtes Fleisch ist besonders bekömmlich und lässt sich länger konservieren. Die Beherrschung des Feuers setzt aber schon eine Grundintelligenz voraus. Was war also zuerst da? Das Gehirn oder die Intelligenz? Da haben wir es wieder: Das Henne und Ei-Problem.

Neandertaler konnten auch mit dem Feuer umgehen, aber haben sich von den Primaten evolutionär in mehreren hunderttausend Jahren nicht wesentlich  absetzen können. Aufgrund einer eher starren Wirbelsäule und einer verhältnismäßig einsilbigen Sprache sollen sie nicht so ausdauernd in Gruppen gejagt haben, um Nahrungsüberschüsse anhäufen zu können.

Ich meine, dass diese Theorien den wesentlichen Unterschied des homo sapiens zu den vielen anderen Arten nicht überzeugend erklären. Der entscheidende Unterschied scheint doch darin zu bestehen, dass wir Menschen ständig auf der Suche nach Grenzüberschreitung sind und uns deshalb mit dem einmal Erreichten nicht zufrieden geben können. War das wirklich nur das Ergebnis einer zufälligen Laune der Natur (auch Mutation genannt) vor etwa 50.000 Jahren in Afrika? Vielleicht sind wir ja der evolutionäre GAU und wollen es nur nicht wahrhaben? Eventuell steckt aber auch mehr dahinter.

Die moderne Gehirn- und Intelligenzforschung hat einige neue Erkenntnisse gewonnen, die vielleicht etwas Licht ins Dunkel bringen können. Als Intelligenz bezeichnet man heute allgemein die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen und optimale Problemlösungen zu finden. Dabei kommt es darauf an, sich möglichst viele Lösungswege auszudenken und sie miteinander zu vergleichen. Am einfachsten kann man das sicher an einem Schachspiel erklären. Aber das Leben ist natürlich unendlich mal komplexer. Hier echte neue Lösungen zu entwickeln ist um einiges aufwendiger, wenn man die reine Denkleistung als einzelne Rechenoperationen darstellt, die hintereinander ablaufen. Wir wissen heute, dass unser Verstand zu echter Intelligenz nicht fähig ist, da er nur wenige Aspekte gleichzeitig behandeln kann und eher lineare Ursache-Wirkungsketten erwartet. Zum Glück kann das Gehirn auch anders. Dabei muss der Verstand aber möglichst abgelenkt sein oder sich im Schlafzustand befinden. Dies haben kürzlich auch Tests an Studenten der Berkeley University gezeigt. Dort schnitten diejenigen bei einer Prüfung am besten ab, die nicht noch einmal vorher gebüffelt haben, sondern sich mit einem Zeichentrickfilm ablenkten (Welt der Wunder 4/08 – S. 58). Dass echte Probleme am besten im Schlaf gelöst werden können, hat die Schlafforschung auch unlängst bewiesen. Interessant sind auch neuere Erkenntnisse in Bezug auf die Wirkung von Musik auf die Intelligenz. Die Beschäftigung mit Musik verbessert die analytische Intelligenz um bis zu 50%. Kinder, die Musik machen, lernen mathematische Zusammenhänge mit spielerischer Leichtigkeit. Leider wird dies in unserem Schulsystem selten genutzt. Nach dem Pisa-Schock muss man den Eindruck gewinnen, dass musische und künstlerische Fächer heute eine noch geringere Bedeutung als früher haben. Vielleicht führen diese neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu, dass sie in unserem Bildungssystem auch einmal angewandt werden …

Das Geheimnis des holografischen Gehirns …

Technische Hologramme sind heute eigentlich nichts besonderes. Trotzdem kann ihre Wirkungsweise bislang nicht wirklich erklärt werden. Das Wesentliche eines Hologramms ist die Art der Speicherung der in Ihnen enthaltenen Information. Jeder Punkt enthält praktisch die Gesamtinformation des Hologramms. Ein Schnipsel eines Bildhologramms kann dazu genutzt werden, das gesamte 3D-Bild abzubilden. Es verliert nur an Schärfe.

In den sechziger Jahren entdeckte der amerikanische Neurochirurg Karl Pribram eine Parallele zwischen diesem Hologramm-Effekt und dem Verhalten des Gehirns. Pribram stellte fest, daß Menschen,  die einen Schlaganfall oder eine Gehirnverletzung erlitten haben, die zerstörte Information wieder rekonstruieren können. Diese Erkenntnis wurde durch die Gehirnforschung in vielen Fällen bis heute bestätigt. Im System der Synapsen des Gehirns konnte bislang aber keine Erklärung für dieses Phänomen gefunden werden.

Wie wir wissen, lassen sich bestimmte Handlungen bestimmten Gehirnregionen zuordnen. Das deutet nicht darauf, dass Erfahrungen ganzheitlich in jedem Punkt des Gehirn abgespeichert werden. Wenn unser Geist aber eventuell mehr als 4-dimensional arbeitet, dann kann die aktuelle Information des Raumzeit-Gehirns in Nullzeit mehrdimensional kopiert werden. Eine teilweise Zerstörung des Gehirns wäre dann kein Problem, weil noch ein “Backup” auf einer anderen Ebene existiert. Unser Raumzeit-Bewusstsein kann diesen Speicher aber nicht selbst auslesen. Dazu bräuchte man einen “Dimensionsreduzierer”.

Das hört sich zu fantastisch an? Vielleicht. Aber es wäre ein Erklärungsmodell, das mit der modernen theoretischen Physik im Einklang stünde. Es wäre auch ein Indiz dafür, dass unser eigentlicher Geist nur die Raumzeit nutzt, aber nicht nach diesen Regeln funktioniert. Gehirn und Geist wären dann etwas völlig Verschiedenes. Das eine nutzt das andere, wie ein Fahrer sein Auto. Wenn ein Auto verschrottet wird, dann muss der Eigentümer nicht zwanghaft nachfolgen …

Auch Tiere können denken

Die Vorstellung, dass nur wir Menschen denken können, ist sehr verbreitet. Die wissenschaftliche Forschung hat sich aber in den letzten Jahren intensiv mit den Denkleistungen von Tieren beschäftigt und ist da zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen.

Die Gedächtnisleistung von Schafen beispielsweise ist schon bemerkenswert. Sie können sich 50 Gesichter von Ihresgleichen merken und sich sogar ungefähr an 10 menschliche Gesichter über viele Jahre erinnern. Dies ist aber natürlich noch kein Beweis für einen Denkprozess. Das setzt sicher den gezielten Einsatz einer komplexen Sprache voraus.  Forscher des Max-Planck-Instituts haben z.B. bei Hunden festgestellt, dass diese eine angeborene Sprachbegabung besitzen und diese durch Lernprozesse genutzt werden kann. Danach konnte ein Hund beispielsweise über 120 Spielzeuge auseinanderhalten und diese nach Zeigen des entsprechenden Bildes suchen. Ein Border-Collie hatte sogar einen “Wortschatz” von 340 Wörtern erworben. Primaten wie die Bonobos können sogar einige tausend Wörter verstehen, wenn sie diese gelernt haben. Da können so manche Menschen nicht mithalten. Auch Graupapageien können Sprachen lernen und sie kreativ einsetzen (sie Plappern also nicht nur einfach alles nach) und sogar zählen und Dinge nach Farben und Formen einteilen.

Bei Buschhähern, die zu den Rabenvögeln zählen, konnte ein Verhalten beobachtet werden, das auch Denkvorgänge zur Täuschung anderer Artgenossen voraussetzt. Wenn ein Buschhäher z.B. merkt, dass er beim Verstecken von Nahrung beobachtet wurde, dann wartet er solange, bis er nicht mehr beobachtet wird und versteckt seine Nahrung woanders. Eine besondere Denkleistung ist sicher die Selbstwahrnehmung über einen Spiegel. Bislang hatte man diese Fähigkeit nur bei Affen und Delfinen beobachtet. Aber auch Elefanten sind dazu in der Lage (vielleicht hatte man dies bisher übersehen, weil die Spiegel zu klein waren …). Sehr intelligent scheinen auch Tintenfische zu sein, die sich z.B. auch in ihren Persönlichkeiten stark voneinander unterscheiden (Quelle: National Geographic März 2008, Seite 45ff).

Für Menschen, die mit Haustieren wie Hunden und Katzen zusammenleben, sind diese Erkenntnisse unserer Naturwissenschaft eigentlich nichts Überraschendes. Wir haben z.B. drei Katzen mit ausgeprägten Persönlichkeiten. Diese kommunizieren auf ihre Art gezielt mit uns. Aber ein Unterschied zum Menschen fällt dabei doch besonders auf: Ihre Wünsche verändern sich fast nicht. Sie sind  – im Unterschied zu unserer Kindern - verhältnismäßig leicht zufrieden zu stellen und haben feste Gewohnheiten. Das Besondere am Menschen scheint also nicht die Fähigkeit zum Kommunizieren und Denken zu sein. Das Besondere des Menschen ist sicher der Drang, permanent über sich hinauswachsen zu wollen und Grenzen aller Art zu überschreiten. Offensichtlich sind wir die einzigen, die “vom Baum der Erkenntnis” genascht haben (um die Bibel zu zitieren). Wir müssen jetzt immer weiter Neues erforschen und entwickeln. Wenn wir unsere Bedürfnisse befriedigt haben, dann entstehen laufend neue. Wir sind offenbar die einzige Spezies auf dieser Erde, die auf grenzenloses Wachstum programmiert ist. Damit ist uns ein “Paradies auf Erden” nicht vergönnt. Selbstgenügsames Spielen wie bei erwachsenen Delfinen - mit der damit verbundenen Lebensfreude - findet man bei erwachsenen Menschen normalerweise nicht. Die Frage die sich dabei stellt: Ist der Mensch ein Fehler der Natur oder hat dieses Verhalten einen noch unbekannten Sinn?

Das erwartete und unerwartete Glück

Die Glücksforschung hat mal wieder belegt, dass mit dem Wohlstand eines Landes auch die Lebenszufriedenheit seiner Bevölkerung steigt. Am glücklichsten sind die Menschen in den westlichen Industrienationen (da sind wir aber froh …). Neben dem Reichtum bestimmen dabei vor allem die persönliche Freiheit und die Möglichkeit, sein Leben selbst zu gestalten, den Glücksquotienten der Menschen.

Die glücklichsten Menschen leben aktuell in Dänemark und in der Schweiz. Im oberen Mittelfeld des Glücksrankings findet sich neuerdings auch Deutschland. Offensichtlich ist die Zeit des Jammerns und des Verbreitens schlechter Stimmung vorbei. Unglücklich fühlen sich hingegen die Menschen in vielen Ländern Afrikas und in Russland, Weißrussland und der Ukraine.

Dies belegen die aktuellen Daten aus der “World Database of Happiness”, die Ruut Veenhoven von der Universität Rotterdam aufgebaut hat und etwa 3000 Studien aus 68 Ländern umfasst. Eines kristallisiert sich immer wieder heraus: Glück ist nicht planbar. Selbst wenn die Menschen genau zu wissen meinen, was sie glücklich macht. Das erwartete Glück erzeugt immer ein geringeres Hochgefühl als das unerwartete Glücksgeschehen. Wenn du also jemanden z. B. durch ein Geschenk glücklich machen möchtest, dann kündige dies nicht vorher an, weil dann die positive Wirkung der Überraschung fehlt. Dies bedeutet auch, dass zu Weihnachten oder zum Geburtstag erwartete Geschenke keine nachhaltig wirkende Hebung des Glücksgefühls erzeugen können. Vielleicht sollten wir also an den ritualisierten „Glückstagen“ weniger schenken und das gesparte Geld in das Unerwartete investieren …

Das Netz aus dunkler Materie

Die Dunkle Materie gehört seit langem zu den großen Geheimnissen der Astrophysik. Nur rund vier Prozent des Universums bestehen aus uns bekannter Materie. Unsere Welt besteht hauptsächlich aus Dunkler Materie und Dunkler Energie, die wir aber nur indirekt nachweisen können. Ein internationales Forscherteam um Martin Kilbinger von der Université Pierre und Marie Curie in Paris hat kürzlich netzartige Strukturen Dunkler Materie nachgewiesen. Sie kamen der Dunklen Materie auf die Spur, weil sie das Licht von Galaxien ablenkt.

Die Forscher hatten in einem Himmelsausschnitt, der rund zwölf Vollmond-Durchmesser groß ist, etwa zwei Millionen Galaxien beobachtet. Sie befinden sich etwa sieben Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt. Materie in der Beobachtungslinie lenkt durch ihre Schwerkraft das Licht ab – und dieses verzerrte Lichtmuster haben die Astronomen mit einem Teleskop auf Hawaii empfangen. Aus den Messdaten errechneten die Forscher die Masseverteilung der ablenkenden Materie. Die Forscher schließen daraus, dass das gesamte Universum von der Dunklen Materie „durchwebt“ ist.

Das Ganze sieht wie eine unsichtbare Matrix aus, die das gesamte Universum verbindet und eventuell sogar strukturiert. Vielleicht können wir diese Energie auch deshalb nicht messen, weil sie mehr als 3-dimensional aufgebaut ist. Dieses System könnte z.B. auch dafür verantwortlich sein, dass Elementarteilchen wie Photonen und Neutrinos in Nullzeit Informationen über große Räume austauschen können, wenn sie “verschränkt” sind. Hinter unserer sichtbaren Welt existiert also ein Kraftfeld, dass nicht-polar aufgebaut ist und sich noch in einem harmonischen Zustand befindet. Dieses Feld beeinflusst unsere Welt offensichtlich stärker als wir das bisher erkennen konnten. Der scheinbar leere Raum zwischen den Galaxien ist wahrscheinlich der Ursprung allen Seins. Die Materie ist die Ausnahmeerscheinung im Kosmos und nicht die Regel. Das muss aber etwas zu bedeuten haben …

Die Erosion unserer Werte …

Die Diskussion über die Steuerhinterziehung  zeigt eindrucksvoll die Erosion der Moral in unserer Gesellschaft. Allen Steuerzahlern wird klar, was sie schon immer wussten oder zumindest ahnten: Hier wird mit unterschiedlichen Maßstäben gewertet. Wenn Superreiche Steuern hinterziehen und dabei erwischt werden, dann ist das Strafmaß erträglich, weil esnur als „Vergehen“ bewertet wird.

Wenn sie sich selbst anzeigen, bevor die Steuerfahndung sie ertappt hat, dann müssen sie nur die Steuern mit Zinsen zurück zahlen. Wenn sie auffliegen, dann gibt es zusätzlich ein verkraftbares Bußgeld und eine Bewährungsstrafe. Das macht den steuerrechtlichen Fehltritt zum Bagatelldelikt und für die Steuersünder hervorragend kalkulierbar. Allerdings nur, wenn es um Millionen geht und insbesondere wenn diese im Ausland „geparkt“ wurden.

Die Wirkung dieser Meldungen ist dramatisch. Sie verstärken das Gefühl, dass der „Ehrliche immer der Dumme“ ist. Das ist Wasser auf die Mühlen der Linken und ein nicht rückholbarer Beitrag zur Erhöhung der Politikverdrossenheit. Hier wird der Anspruch des „Rechtsstaats“, Gerechtigkeit walten zu lassen, öffentlich aufgelöst und unglaubwürdig. Es wird wieder deutlich, dass für „die, da Oben“ andere Regeln gelten als für die Normalbürger. Ist die Erosion unserer Werte noch aufzuhalten?

Die Gehirnforschung hat gezeigt, dass fast jeder Mensch ein untrügliches Gefühl für Richtig und Falsch besitzt. Dies ist nur zu einem geringen Teil das Ergebnis der Sozialisation. Wertimpulse sind ein wesentlicher Ausdruck der Persönlichkeit und des Charakters. Aber warum werden die Meldungen unseres Gewissens immer häufiger missachtet? Die Wirtschaftswoche hat kürzlich einen netten Artikel dazu mit dem Titel „Wie viel Teufel steckt in Ihnen?“ verfasst. Dabei ging es um die Ergebnisse einer Managerbefragung, nach der man den Eindruck haben musste, dass gewissenloses Handeln in der Wirtschaft schon längst Routine ist. Dies sei im System begründet, dass Vorstände und Analysten die Messlatten für den Erfolg immer höher legen würden. Gerade bei Börsennotierten Unternehmen wäre das der Fall, um noch mehr Aufmerksamkeit zu erzielen.

Die Management-Beratung Kienbaum hatte Daten von 4300 Vorständen aus 1300 Unternehmen erhoben. Während die Bezüge für Top-Manager in Dax-Unternehmen 2009 um durchschnittlich 23 Prozent wuchsen, zahlten nicht-börsennotierte Gesellschaften ihren Vorständen „nur“ 13 Prozent mehr. Dies stützt die Vermutung der Wirtschaftwoche.

Die Gier nach immer mehr Gewinn kennt sicher keine ökonomischen Grenzen. Gerade in einer globalisierten Wirtschaft meinen viele Unternehmen, dass sie sich dieses leisten könnten. Nokia ist ein Beispiel dafür. Hier zeigt sich, dass der Traum von der sozialen Marktwirtschaft nur mit echten Menschen realisiert werden kann, aber nicht mit anonymisierten Riesenkonzernen. Dort gibt es keine persönliche Verantwortung mehr, sondern nur noch der Blick auf unbekannte Aktionäre, Fonds und Finanzmärkte. Was ist dann aber noch unser Verfassungsgrundsatz zur „Sozialpflichtigkeit des Eigentums“ wert?

Die großen Unternehmen nutzen häufig die Ressourcen der Gemeinschaft wie Bodenschätze, Energien und Arbeitskräfte. Wenn aber der Wandel vom Gemeinwohl zum „Meinwohl“ fortschreitet, werden die sozialen Konflikte wieder zunehmen. Stabile Gesellschaften können auf einer Mentalität des Egoismus, der Korruption und des Trittbrettfahrertums nicht entstehen. Wird die Elite unserer Gesellschaft irgendwann erkennen, dass das so nicht weiter gehen kann? Die Werte brauchen nicht neu geschaffen werden, sie müssen gelebt werden. Das ist eine enorme Herausforderung und wahrscheinlich sogar der eigentliche Grund, warum es uns gibt …

Die Musik des Universums

Die magische Wirkung von Musik hat mich schon immer fasziniert. Physikalisch gesehen sind es nur komplexe Luftschwingungen, die unter Beachtung von Harmoniegesetzen über das Ohr direkt auf das Gehirn einwirken. Ein  Artikel „Wie Musik das Gehirn heilt“ aus der Zeitschrift „Welt der Wunder“ hat mich angeregt, über das Phänomen Musik noch ein wenig nachzudenken. Dass Musik heilende Wirkungen auf Körper und Seele entfalten kann, ist nichts grundsätzlich Neues. Auch Tiere reagieren positiv auf die Anregung von Musik (insbesondere die klassische). Kühe geben dann z. B. mehr Milch.

Interessant fand ich die Ergebnisse einer Untersuchung von einfachen Hefezellen mit einem Rasterkraftmikroskop. Diese schwingen in bestimmten Tonhöhen. Jede Zellart scheint unterschiedliche Töne zu produzieren, so dass die Gesamtheit der verschiedenen Zellen wie ein Chor oder ein Orchester gemeinsam ein Stück des Lebens spielt. Disharmonien führen dann automatisch zu hormonellen Steuerungsproblemen und wirken sich direkt auf die Gesundheit aus. Die 8-Ton-Harmonien finden wir auch bei den Atomen und dem Aufbau der Sonnensysteme. Musik ist also etwas Universales. Melodien und Rhythmen dienen dabei der Synchronisation von unabhängigen Teilen eines Ganzen. Dabei geht es nicht nur um das Mitschwingen in Form der Resonanz, sondern um einen eigenen Beitrag zur „Sinfonie des Universums“. Jeder Mensch ist in gewisser Weise ein einzigartiges Instrument, das wie eine Stradivari oder wie eine Blechtrommel klingen kann. Von einem gemeinsamen Konzert ist die Menschheit aber noch weit entfernt.

Schicksalsschläge …

Rein zufällig habe ich einmal den Auftritt des Arztes Christian Wenks (34) bei Johannes B. Kerner gesehen. Seine Lebensgeschichte hat mich tief berührt. Er war früher auch Radsportler gewesen und ist in Japan bei einem Rennen bei schlechten Sichtverhältnissen auf ein falsch geparktes Auto aufgefahren. Dort wollte gerade ein Vater um seinen Sohn trauern, der an dieser Stelle einen tödlichen Verkehrsunfall hatte. Bei dem Aufprall zersplitterte die Wirbelsäule von Christian Wenks. Die Ärzte haben ihn aber soweit zusammensetzen können, dass er überlebt hat. Seit dieser Zeit ist er unterhalb der Brust querschnittsgelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen. Auf den ersten Blick eine traurige Geschichte.

Christian Wenks stellte seine Geschichte aber so dar, als wenn sein gesamtes Leben auf diesen Augenblick ausgerichtet gewesen sei. Schon als Jugendlicher hatte er – ohne ersichtlichen Grund – panische Angst vor einer Querschnittslähmung. Als Mediziner hatte er sich intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt. Beim Flug zum Rennen in Japan hat er düstere Vorahnungen gehabt und ist sogar zwischendurch auch mal vom Rad abgestiegen. Bei seinem Fernsehauftritt erschien er nun als ein glücklicher Mensch, der seinen Arztberuf weiter ausführt, Konzerte am Piano gibt und Seminare für Manager in Krisensituationen durchführt. Außerdem ist er Nationaltrainer für die Schweizer “Handbiker”. Für ihn war dieser Schicksalsschlag kein Ergebnis eines Zufalls sondern eine anspruchsvolle Aufgabe, die er hervorragend gemeistert hat.

Diese Geschichte könnte ein Beleg für meine These sein, dass wir uns die zukünftigen Lebensaufgaben in einer anderen geistigen Dimension selber stellen. Für den österreichischen Neurologen Viktor E. Frankl war der dritte und schwierigste Lebensweg, „ein unveränderbares Leiden mit Würde zu tragen, also ein schweres Schicksal mit Haltung zu meistern“. Aber kann es sein, dass wir uns dieses Schicksal als Lebensaufgabe sogar selbst ausgesucht haben?