Unser achter Sinn: Die Intuition

Das Thema „Intuition“ ist ein echtes Trendthema geworden. Ein großes Heer von Psychologen, Hirn- und Verhaltensforschern hat sich in den letzten Monaten darangemacht, dieses Gefühl aus unserem Unterbewusstsein zu entschlüsseln. Plötzlich darf man wieder Vertrauen in das eigene Bauchgefühl haben. Es soll auch schon Entscheidungsträger in der Wirtschaft oder Politik geben, die sich offen zu ihren intuitiven Entscheidungen bekennen. Wenn man – wie ich – Entscheidungen in der Politik auf höchster Ebene mit vorbereiten muss, dann weiß man, dass z.B. auf der Ebene der Ministerpräsidenten zwar auch Fakten und gut begründete Entscheidungsvorschläge zählen, aber viele Entscheidungen doch eher aus dem Bauch heraus getroffen werden. Wichtig ist, dass diese Entscheidungen auf jeden Fall im Nachhinein rational begründet werden, um sie in der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Im Augenblick kann ich mir noch nicht vorstellen, dass man darauf verzichten wird.

Was wissen wir aber über dieses Gefühl, dass uns oft dabei hilft, komplexe Entscheidungen zu treffen? Intuition ist eine plötzliche Eingebung, ein unmittelbares, ganzheitliches Erkennen. Ohne echtes Nachzudenken, entscheiden wir spontan. Für Rousseau war Intuition die souveräne Intelligenz, die mit einem Blinzeln die Wahrheit aller Dinge erkannte, im Gegensatz zum umfangreichen und oft enttäuschenden Bücherwissen. Plato nannte es gar göttlichen Wahnsinn. Unter Psychologen gibt es bei der Definition bislang keine Einigkeit. Einige halten es für eine unbewusste Hilfskonstruktion und andere für den Ausdruck von Trieben und Instinkten. Manche halten die Intuition für eine höhere Kraft im Menschen und bringen dieses Gefühl in die Nähe zu Gott. Die vorherrschende Meinung ist im Augenblick, dass Intuition nichts anderes ist als eine unbewusste, ganzheitliche Verarbeitung und Bewertung der uns vorliegenden Wahrnehmungen Eindrücke und Erkenntnisse. Intuition greift angeblich auf eigene Erfahrung und Wissen zurück, von dem wir gar nicht wissen, dass wir es wissen. Der Verstand hat in diesen superkurzen Zeiträumen oft keine Gelegenheit, nennenswert aktiv zu werden. Intuitive Entscheidungen basieren meistens auf dem Vergleich von Mustern und nicht auf der Analyse von einzelnen Fakten und Vergleichen.

Wir wissen also oft viel mehr, als wir denken. 11 Millionen Sinneswahrnehmungen in der Sekunde werden durchschnittlich unbewusst verarbeitet und zwar selbst dann, wenn wir bloß träumend auf dem Sofa liegen. Das Gehirn vergleicht ständig alte mit neuen Mustern. Diese werden dann hinsichtlich ihrer Bedeutung bewertet. In gefährlichen Situationen können wir dann instinktiv reagieren. Angeblich sollen auch Erfahrungen aus der Steinzeit gespeichert sein, die dann oft zu falschen Entscheidungen umgedeutet werden. Wie diese Erfahrungen aber über Generationen übermittelt werden können, bleibt ein Geheimnis. Das Bewusstsein schafft es gerade einmal, 40 Sinneseindrücke gleichzeitig zu verwalten. Der Rest muss schon aus Mangel an Verarbeitungskapazität dem unbewussten Autopiloten überlassen bleiben.  Wenn ein Handball mit 30 Metern pro Sekunde über das Feld saust, bleibt nicht viel Zeit zum Überlegen.

Auch beim Autofahren gibt es viele Situationen, wo wir instinktiv, also automatisiert reagieren. 2000 Broker aus 40 Nationen handeln jeden Tag mit Währungen und Edelmetallen im Wert von 125 Milliarden Dollar an der Börse. Mehr als die Hälfte der jeweils 50.000 täglichen Transaktionen gehen in weniger als einer Sekunde über die Bühne. Auch hier sind schnelle Entscheidungen gefragt. Wie wir gerade an der Börse gesehen haben, sind dies aber keine Entscheidungen, auf die man sich immer verlassen kann. Wenn eine Masse von Menschen sich in vergleichbaren Situationen stereotyp verhält, dann werden oft erlernte Muster wiederholt. Das hat aber mit Intuition eher wenig zu tun. Die Menschen an der Börse glauben nämlich meistens am Anfang, dass alles so läuft wie gewohnt. Es geht nicht um die Lösung eines Problems und die Schaffung von Neuem.

Die Intuition hilft uns nämlich nicht, uralte Schätze auszugraben, sondern neue Schätze zu bilden. Dabei kann man die Intuition nicht erzwingen. Man kann sich offensichtlich nicht vornehmen, intuitiv zu sein. Probleme können manchmal mit einem Schlag gelöst sein, obwohl man Stunde um Stunde damit zugebracht hat, sie zu analysieren und zu lösen. Aber dann, scheinbar mühelos, über Nacht oder bei anderen Tätigkeiten vermittelt die “Intuition” plötzlich die Lösung.

In Dichtung, Literatur, Musik und Malerei ist die Intuition als produktives Prinzip anerkannt. Auch in der Forschung und Wissenschaft ist sie oft der wahre Grund, warum Neues gedacht und getan wird. Die Intuition nutzt wohl eher den übergeordneten Sinn, der hinter dem großen Ganzen steht. Eine Form dauernder Intuition ist das sogenannte Fließen. Im Zustand des Fließens hat das bewusste Denken, Planen und Organisieren aufgehört. Die Arbeit läuft unter voller Aufmerksamkeit fast automatisch. Dieser Zustand wird durch hohe Konzentration erzeugt. Der Verstand ist dabei praktisch ausgeschaltet und wundert sich dann über das Ergebnis.

Die Intuition hat ihr Geheimnis bislang nicht preisgegeben. Aber wir wären dumm, wenn wir sie nicht verstärkt nutzen würden. Solange die Ergebnisse überzeugen. Viele Wissenschaftler und Erfinder führen ihre Ideen oft auf die Intuition zurück. Eine Erklärung für die Kreativität, die oft hinter der Intuition steht, gibt es bislang nicht. Ich glaube, wir werden erst dann einen Zugang zu dieser besonderen geistigen Kraft bekommen, wenn wir die Grundeigenschaften unseres Geistes neu bestimmen. Wenn wir annehmen würden, dass es sich hier um nicht-materielle Information in einer eigenen Urform handelt, dann kann es sein, dass diese eventuell in einem höher dimensionalen Zustand existiert und die Raumzeit überblickt. Zusammenhänge und Entwicklungswahrscheinlichkeiten können so erkannt werden und dem Raumzeit-Bewusstsein gefühlsmäßig und manchmal in Bildern übermittelt werden. Picasso z.B. hat intuitiv Bilder gemalt, die wir erklären könnten, wenn sein Geist aus der 5.Dimension gleichzeitig einen Kopf von verschiedenen Seiten gesehen hat. Leonardo da Vinci hat offenbar technische Entwicklungslinien vorausgesehen und zur Grundlage seiner Erfindungen gemacht. Auch Einstein hat seine Relativitätstheorie intuitiv erfahren.

Wellen-Ich und Punkt-Ich

Eine neue Philosophie zum Sinn des Ganzen

Jeder Mensch hat das Gefühl, dass sich seine Ich-Persönlichkeit im Laufe der Zeit nicht wesentlich verändert. Wertvorstellungen und Persönlichkeitsmerkmale bleiben erstaunlich stabil, trotz vielfältiger Erfahrungen. Das Bewusstsein über die eigenen Lebensziele und die selbst gestellten Lebensaufgaben bleibt aber meistens verschwommen. Wir streben nach etwas, ohne häufig zu wissen, woher das kommt. Wir entscheiden manchmal aber erstaunlich sicher über neue Lebensschritte und wissen nicht, was uns so sicher macht, dass das die richtige Entscheidung für uns war.

In meinem neuen Buch „Wellen-Ich und Punkt-Ich“ stelle ich eine „neue Lebensphilosophie zum Sinn des Ganzen“ vor, die sich aus der Zusammenschau aktueller Erkenntnisse der Naturwissenschaften und insbesondere auch der Gehirn­forschung ergibt. Mit dieser neuen Theorie können nach meiner Überzeugung viele offene Fragen der Philosophie und Psychologie beantwortet werden. Das sind beispielweise die Fragen nach der Stabilität des Ich-Bewusstsein, der Rolle der Zeit und dem Ursprung unserer Lebensziele und kreativen Ideen.

Ich bin z.B. der Frage nachgegangen, warum im Gehirn Willensimpulse erst nach der durch sie verursachten Aktivität gemessen werden können und habe die These aufgestellt, dass unser Gehirn nicht der Sender sondern nur der Empfänger dieser Informationen ist. In Anlehnung an die Quantenphysik habe ich deshalb einen Teil unserer Persönlichkeit „Wellen-Ich“ genannt, das im Unterschied zum eher eindimensionalen Verstandesbewusstsein mit nicht zeitbezogenen Wahrscheinlichkeiten arbeitet. Beide Teile unseres Bewusstseins haben allerdiongs ein „Kommunikationsproblem“ und verständigen sich nur in der „gefühlten Sprache“ der Intuition und des Gewissens. Neben den zufälligen Begebenheiten des Lebens bestimmen diese inneren Impulse maßgeblich die eigene Lebensgeschichte. Das Wichtigste im Leben ist, die Aufmerksamkeit für unsere intuitive Intelligenz zu schärfen und zu erahnen, welche Lebensaufgaben wir uns gestellt haben.

Das Buch hat 204 Seiten und ist bei „Books on Demand“ (BOD) erschienen. Es kann im Buchhandel für 14,80 Euro aber z.B. auch über das Internet bei Amazon bestellt werden.

Unser achter Sinn: Die Intuition

Das Thema „Intuition“ ist ein echtes Trendthema geworden. Ein großes Heer von Psychologen, Hirn- und Verhaltensforschern hat sich in den letzten Monaten darangemacht, dieses Gefühl aus unserem Unterbewusstsein zu entschlüsseln. Plötzlich darf man wieder Vertrauen in das eigene Bauchgefühl haben. Es soll auch schon Entscheidungsträger in der Wirtschaft oder Politik geben, die sich offen zu ihren intuitiven Entscheidungen bekennen. Wenn man – wie ich – Entschei-dungen in der Politik auf höchster Ebene mit vorbereiten muss, dann weiß man, dass z.B. auf der Ebene der Ministerpräsidenten zwar auch Fakten und gut begründete Entscheidungsvorschläge zählen, aber viele Entscheidungen doch eher aus dem Bauch heraus getroffen werden. Wichtig ist, dass diese Ent-scheidungen auf jeden Fall im Nachhinein rational begründet werden, um sie in der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Im Augenblick kann ich mir noch nicht vorstellen, dass man darauf verzichten wird.

Was wissen wir aber über dieses Gefühl, dass uns oft dabei hilft, komplexe Ent-scheidungen zu treffen? Intuition ist eine plötzliche Eingebung, ein unmittelbares, ganzheitliches Erkennen. Ohne echtes Nachzudenken, entscheiden wir spontan. Für Rousseau war Intuition die souveräne Intelligenz, die mit einem Blinzeln die Wahrheit aller Dinge erkannte, im Gegensatz zum umfangreichen und oft enttäuschenden Bücherwissen. Plato nannte es gar göttlichen Wahnsinn. Unter Psychologen gibt es bei der Definition bislang keine Einigkeit. Einige halten es für eine unbewusste Hilfskonstruktion und andere für den Ausdruck von Trieben und Instinkten. Manche halten die Intuition für eine höhere Kraft im Menschen und bringen dieses Gefühl in die Nähe zu Gott. Die vorherrschende Meinung ist im Augenblick, dass Intuition nichts anderes ist als eine unbewusste, ganzheitliche Verarbeitung und Bewertung der uns vorliegenden Wahrnehmungen, Eindrücke und Erkenntnisse. Intuition greift angeblich auf eigene Erfahrung und Wissen zurück, von dem wir gar nicht wissen, dass wir es wissen. Der Verstand hat in diesen superkurzen Zeiträumen oft keine Gelegenheit, nennenswert aktiv zu werden. Intuitive Entscheidungen basieren meistens auf dem Vergleich von Mustern und nicht auf der Analyse von einzelnen Fakten und Vergleichen.

Wir wissen also oft viel mehr, als wir denken. 11 Millionen Sinneswahrnehmungen in der Sekunde werden durchschnittlich unbewusst verarbeitet und zwar selbst dann, wenn wir bloß träumend auf dem Sofa liegen. Das Gehirn vergleicht ständig alte mit neuen Mustern. Diese werden dann hinsichtlich ihrer Bedeutung bewertet. In gefährlichen Situationen können wir dann instinktiv reagieren. Angeblich sollen auch Erfahrungen aus der Steinzeit gespeichert sein, die dann oft zu falschen Entscheidungen umgedeutet werden. Wie diese Erfahrungen aber über Generationen übermittelt werden können, bleibt ein Geheimnis. Das Bewusstsein schafft es gerade einmal, 40 Sinneseindrücke gleichzeitig zu verwalten. Der Rest muss schon aus Mangel an Verarbeitungskapazität dem unbewussten Autopiloten überlassen bleiben. Wenn ein Handball mit 30 Metern pro Sekunde über das Feld saust, bleibt nicht viel Zeit zum Überlegen.

Auch beim Autofahren gibt es viele Situationen, wo wir instinktiv, also automatisiert reagieren. 2000 Broker aus 40 Nationen handeln jeden Tag mit Währungen und Edelmetallen im Wert von 125 Milliarden Dollar an der Börse. Mehr als die Hälfte der jeweils 50.000 täglichen Transaktionen gehen in weniger als einer Sekunde über die Bühne. Auch hier sind schnelle Entscheidungen gefragt. Wie wir gerade an der Börse gesehen haben, sind dies aber keine Entscheidungen, auf die man sich immer verlassen kann. Wenn eine Masse von Menschen sich in vergleichbaren Situationen stereotyp verhält, dann werden oft erlernte Muster wiederholt. Das hat aber mit Intuition eher wenig zu tun. Die Menschen an der Börse glauben nämlich meistens am Anfang, dass alles so läuft wie gewohnt. Es geht nicht um die Lösung eines Problems und die Schaffung von Neuem.

Die Intuition hilft uns nämlich nicht, uralte Schätze auszugraben, sondern neue Schätze zu bilden. Dabei kann man die Intuition nicht erzwingen. Man kann sich offensichtlich nicht vornehmen, intuitiv zu sein. Probleme können manchmal mit einem Schlag gelöst sein, obwohl man Stunde um Stunde damit zugebracht hat, sie zu analysieren und zu lösen. Aber dann, scheinbar mühelos, über Nacht oder bei anderen Tätigkeiten vermittelt die “Intuition” plötzlich die Lösung. In Dichtung, Literatur, Musik und Malerei ist die Intuition als produktives Prinzip anerkannt. Auch in der Forschung und Wissenschaft ist sie oft der wahre Grund, warum Neues gedacht und getan wird. Die Intuition nutzt wohl eher den übergeordneten Sinn, der hinter dem großen Ganzen steht. Eine Form dauernder Intuition ist das sogenannte Fließen. Im Zustand des Fließens hat das bewusste Denken, Planen und Organisieren aufgehört. Die Arbeit läuft unter voller Aufmerksamkeit fast automatisch. Dieser Zustand wird durch hohe Konzentration erzeugt. Der Verstand ist dabei praktisch ausgeschaltet und wundert sich dann über das Ergebnis.

Die Intuition hat ihr Geheimnis bislang nicht preisgegeben. Aber wir wären dumm, wenn wir sie nicht verstärkt nutzen würden. Solange die Ergebnisse überzeugen. Viele Wissenschaftler und Erfinder führen ihre Ideen oft auf die Intuition zurück. Eine Erklärung für die Kreativität, die oft hinter der Intuition steht, gibt es bislang nicht. Ich glaube, wir werden erst dann einen Zugang zu dieser besonderen geistigen Kraft bekommen, wenn wir die Grundeigenschaften unseres Geistes neu bestimmen. Wenn wir annehmen würden, dass es sich hier um nicht-materielle Information in einer eigenen Urform handelt, dann kann es sein, dass diese eventuell in einem höher dimensionalen Zustand existiert und die Raumzeit über-blickt. Zusammenhänge und Entwicklungswahrscheinlichkeiten können so erkannt werden und dem Raumzeit-Bewusstsein gefühlsmäßig und manchmal in Bildern übermittelt werden. Picasso z.B. hat intuitiv Bilder gemalt, die wir erklären könnten, wenn sein Geist aus der 5.Dimension gleichzeitig einen Kopf von verschiedenen Seiten gesehen hat. Leonardo da Vinci hat offenbar technische Entwicklungslinien vorausgesehen und zur Grundlage seiner Erfindungen gemacht. Auch Einstein hat seine Relativitätstheorie intuitiv erfahren.